Vietnam – Der Sueden

Hue, die erste Station in Sued-Vietnam, liegt in der Naehe der ehemaligen entmilitarisierten Zone. Waehrend des Vietnmkrieges sollte dieser Bereich, wie der Name schon sagt, frei von allen militaeriscehn Aktivitaeten sein. Tatsaechlich aber haben die blutigsten Schlachten des Krieges hier stattgefunden.
Wir haben uns zu fuenft ein Auto inkl. Fahrer gemietet und sind zu den markantesten Ueberbleibseln gefahren. Am imposantesten sind sicherlich die Vin Moc-Tunnel. Diese dienten den nordvietnamesischen Soldaten als Versteck und vielen Dorfbewohnern als Schutz vor den Fliegerbomben. Die Tunnel gehen bis zu 23m tief und ein Teil davon ist fuer Touristen frei zugaenglich. Vin Moc ist nicht so stark frequentiert wie die bekannteren Cu Chi Tunnel bei Saigon, dementsprechend kann man fast alleine durch die spaerlich beleuchteten Gaenge kriechen und bekommt zumindest ein wenig von der bedrueckenden Atmosphaere mit die hier einmal geherrcht haben muss.

 

Meine 4 Zivis in den Vin Moc-Tunneln

Weiter unten im Tunnel haben wir dann das so ziemlich ekelhafteste Vieh gesehen das uns auf der Reise begegnet ist, selbst Joris, der normalerweise jedes Insekt anfassen wollte und in einige (frittierte) auch reingebissen hat, wollte dem Vieh nicht zu nah kommen. So ein Exemplar haben Nina und Dagmar dann auch noch ueber ihren Koepfen gesehen, nur Sekunden bevor tief im Innern des Tunnelsystems das Licht ausgefallen ist, da war dann natuerlich grosser Alarm im Zauberwald angesagt:-)!
Letztendlich haben wir mit Hilfe unserer Kameras aber problemlos den Ausgang gefunden und unterm Strich hat das rumstreunen in den Tunneln richtig Spass gemacht und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

gefuehlt ca. 1,5m gross, waren aber eher 15 cm - richtig ekelig!!!

 

Die weiteren Stationen waren im Vergleih dazu eher unspannend, hier wird in den Prospekten deutlich mehr versprochen als letztendlich zu sehen ist. Wenn man sich allerdings die traumhaft schoene Landschaft anschaut und sich vorstellt was vor ueber 40 Jahren hier passiert ist wird einem ganz anders.

Darueber hinaus bietet Hue mit der ehemaligen Kaiserresidenz und vor allem mit den Kaisergraebern sehr interessante Sehenswuerdigkeiten. Auch wenn diesen Staetten der ganz grosse Glanz mittlerweile fehlt laesst sich doch sehr gut erahnen wie prunkvoll und verschwenderisch reich die Kaiser ihre Palaeste und Graeber selbst entworfen und gebaut haben.

Von Hue aus ging es nach Hoi An, einer absoluten Perle unter den vietnamesischen Staedten. Aehnlich wie Luang Prabang in Laos wurde Hoi An noch rechtzeitig zum Weltkulturerbe erklaert so dass auch hier zumindest die Altstadt am Fluss nur nach strengen Richtlinien restauriert werden darf, die kleinen Gassen mit den unzaehligen Schneider-Laeden sehen richtig gut aus.
Die meisten Touristen geniessen in Hoi An einfach nur das tolle Ambiente, schlendern durch die Gassen und lassen sich ein paar massgeschneiderte Klammotten anfertigen und genau das haben wir auch getan.

Still gestanden zum Mass nehmen

Hier hat sich auch leider unsere kleine Reisegruppe getrennt da wir dann doch ein wenig mehr Zeit hatten als die Anderen.

Auf Empfehlung unseres Tauchguides Ricardo von der alten Bohrinsel, der fuer 2 Jahre als Guide in Vietnam gearbeitet hat, haben wir auf unserem Weg nach Saigon einen kurzen Zwischenstop in Nha Trang eingelegt, dem Tauchmekka Vietnams, um die dortige Unterwasserwelt zu erkunden. Dank Ricardo haben wir nicht nur einen besseren Preis bekommen sondern auch als Guide “Ahn the man”, der Typ hat unfassbare 25.000 Tauchgaenge auf dem Buckel, war frueher ein Marinetaucher und gilt als erfahrenster Taucher in ganz Vietnam. Ahn weiss natuerlich genau wo alles zu finden ist und hat uns mal wieder ein paar unglaubliche Kreaturen gezeigt die wir vorher noch nie gesehen haben, unter anderem einen Knurhahn!

Ein Knurhahn, klingt komisch, ist aber so!

Der Zwischenstop hat sich auf jeden Fall gelohnt aber es ist eher ein Tauchrevier bei dem man nach 3 Tagen schon alles gesehen hat und sich die Spots sehr aehneln so dass wir sicherlich zum tauchen nicht nochmal nach Vietnam zurueckkehren werden.
Darueber hinaus ist Nah Trang unglaublich haesslich, die Strandpromenade ist voll mit riesigen Hotelbunkern, hier verbringt u.a. die vietnamesische Mttelschicht ihren Sommerurlaub.

Die letze Station in Vietnam war Ho-Chi-Minh-Stadt (so lautet der offizielle Name), besser bekannt als Saigon. Der offizielle Name ist nicht sonderlich beliebt, trotz der Heldenverehrung fuer Onkel Ho welche dem Sueden aber eher aufgezwungen wird. Entsprechend findet man praktisch ueberall den Namen Saigon, sogar auf den Fahrplaenen der staatlichen Eisenbahn.

Hanoi ist zwar die Hauptstadt Vietnams, das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum ist aber eindeutig Saigon. Elegante Shopping Malls neben praechtigen 5-Sterne Hotels und Bank-Wolkenkratzer, das einfache Backpacker-Zentrum mit dem typisch asiatischen Flair, den Garkuechen und Souvenirlaeden, ein grosser asiatischer Markt auf dem jede Art von Ware angeboten wird,… Saigon ist extrem vielfaeltig und interessant.

Sitz des Zentralkommitees in Saigon

Aktuell leben im Grossraum Saigon ca. 10 Mio. Menschen, Schaetzungen gehen davon aus, dass es bald 15 Mio. sein werden. Da es nicht mal im Ansatz ein funktionierendes Nahverkehrssystem gibt, es fahren lediglich ein paar altersschwache Busse durch die Gegend, bewegen sich die Leute mit Mofas fort. Davon gibt es hier ca. 5 Mio. Stueck, entsprechend ist hier auch der Strassenverkehr, der absolute Wahnsinn, alle Strassen sind im Grunde genommen immer verstopft. Wenn man sich mal an eine Kreuzung stellt und beobachtet, wie sich der Mob von Motorradfahrern an einer roten Ampel sekuendlich vergroessert traut man seinen Augen nicht. Aber irgendwann kommt dann der unvermeidliche Augenblick und man muss die Strasse ueberqueren. Die ersten Male sind wir tausend Tode gestorben aber mit ein wenig Uebung ist es eigentlich ganz einfach. Der Trick besteht darin einfach zu laufen ohne sich uzuschauen oder stehenzubleiben. Der gemeine Motorradfahrer geht davon aus, dass man laeuft und umkurvt einen entsprechend. Stehenbleben ist im Hirn der Mofa-Rowdys nicht abgespeichert und kann bei dem gemeinen Fussgaenger zu schweren Verletzungen fuehrer. Wenn man das einmal verinnerlicht hat ist es ganz einfach aber wir freuen uns schon auf ein Land in dem eine rote Ampel und ein Zebrastreifen noch eine Bedeutung haben, ist auch eindeutig besser fuers Herz:-).

Alles in allem hat uns Saigon aber sehr, sebr gut gefallen.

Naechste und vor allem letzte Station unserer Reise war und ist Thailand, wie immer mehr dazu in einem separaten Bericht.

Ein Gedanke zu „Vietnam – Der Sueden

  1. Bjoern

    Das Foto beim Schneider gefällt mir besonders gut. Was die roten Ampeln betrifft, muss ich Dir aber widersprechen. So langsam habe ich den Eindruck, dass wir kein Land mehr sind, in dem eine rote Ampel und ein Zebrastreifen noch eine Bedeutung haben. Vor allem im Duisburger Norden sehe ich immer mehr Fahrer, die am helllichten Tag, mitten in der Stadt, ihren 3er-BMW an einer roten Ampel nur kurz verlangsamen – aber keinesfalls halten. Die Verkehrs-Kompetenzen, die Ihr in der Ferne erworben habt, könnten sich daheim also noch als sehr nützlich, gar lebensnotwendig erweisen.

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